CDU Stadtverband Schwetzingen

Sonderführung durch den Schlossgarten

Die Sonderführung der CDU durch den Schlossgarten in Schwetzingen zeigt die Herausforderungen des Klimawandels eindrucksvoll.

Zu einer Schlossgartenführung der etwas anderen Art trafen sich die örtlichen Christdemokraten. Denn im Mittelpunkt der Führung unter dem Titel „Wenn das Gleichgewicht kippt - Auswirkungen des Klimawandels im Schlossgarten“ standen die Herausforderungen des Klimawandels, die sich auch in Schwetzingen zeigen.

„Schloss und Schlossgarten in Schwetzingen gehören zu den beliebtesten Schlössern in Deutschland. Über 800.000 Besucherinnen und Besucher bewunderten im letzten Jahr unser Schloss. Darauf sind wir stolz und wir alle in Schwetzingen lieben unseren Schlossgarten. Doch der Erhalt der Gartenanlage für künftige Generationen wird zunehmend zur Herausforderung“, machte der Vorsitzende der CDU Schwetzingen, Stadtrat Nils Melkus, zu Beginn deutlich.

„Das biologische Gleichgewicht ist bereits gekippt“, betonte Dr. Christoph Bühler von den Staatlichen Schlössern und Gärten Baden-Württemberg. Er führte die Gruppe fachkundig durch die Anlage. Intensivere und länger andauernde Hitzeperioden sowie zunehmende Trockenheit – wovon insbesondere die Oberrheinregion betroffen sei - würden dem Schlossgarten und dem dortigen Baumbestand zusetzen. Dies mache den Erhalt der historischen Gartenanlage in der kurfürstlichen Sommerresidenz, einst geplant von Hofarchitekt Nicolas de Pigage und Hofgärtner Skell, zu einer echten Kraftanstrengung in der Gartenpflege.

Im Eingangsbereich sei der Garten klar vom französischen Stil nach dem Vorbild von Schloss Versailles mit strengen geometrischen Formen geprägt, die absolutistische Herrschaft symbolisieren sollten. Trotz intensiver Pflege und Bewässerung zeigten sich auch hier teilweise Hitzeschäden. Weiter ging die Führung über den Apollo-Tempel hin zum römischen Wasserkastell, welches von Hofgärtner Skell im englischen Gartenstil angelegt worden sei. Immer wieder verdeutlichte Bühler die Auswirkungen des Klimawandels anhand von Beispielen im Schlossgarten. Die zunehmende Trockenheit setze Bäume unter Stress und mache sie anfällig für Krankheiten, Pilze oder Schädlinge. Die Zahl der abgestorbenen Bäume im Garten nehme deutlich zu. Teilbereiche des Schlossgartens seien seit einiger Zeit gesperrt, da die Verkehrssicherheit der Wege nicht mehr gewährleistet werden könne. Hier habe Sicherheit oberste Priorität. Der Baumbestand werde daher regelmäßig fachkundig geprüft und untersucht.

Doch nicht jeder abgestorbene Baum werde auch gleich gefällt. Wenn die Verkehrssicherheit gegeben sei, könne auch ein abgestorbener Baum wichtiger Lebensraum für Insekten und andere Tiere sein.

Bei den Anpassungsmaßnahmen zum Erhalt der historischen Gartenanlage setze man vor allem auf die eigene Baumschule. Hier würden durch natürliche Verjüngung Baumsetzlinge gezogen, die bereits besser an die veränderten Klimabedingungen angepasst seien – etwa durch eine tiefere Verwurzelung. Verschiedene Substrate könnten zudem die Bodenqualität verbessern. Auch in Zukunft setze man vor allem auf heimische Baumarten, um das historische Gartenbild zu erhalten.

„Die Herausforderungen des Klimawandels können am Beispiel des Schlossgartens eindrucksvoll erlebt werden. Dabei zeigt sich nicht nur die Wichtigkeit von Klimaschutz, sondern auch von Klimafolgenanpassungsmaßnahmen. Hier wird im Schlossgarten bereits wichtige Arbeit geleistet“, so Melkus zum Ende der Führung.